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Rezension
Robinson Tilly, Zeitschrift „Sein“ 1/2006
Nila E. Sebastian, seit mehr als fünf Jahren der Leserschaft des
Sein durch ihre Artikel und ihr monatliches Editorial bekannt, hat
die Geschichte ihrer Herkunft und ihres Lebens aufgeschrieben.
Anhand einer Fülle erstaunlich klar erinnerter Emotionen und
Ereignisse folgt man ihrem Weg durch wesentliche Stationen des
Lebens in früher Kindheit, im Krieg und in der Nachkriegszeit.
In ihrer Darstellung bekommen Kinderwelten, ihre Affinität zu Lyrik
und zu Landschaften ebensoviel Raum wie das Familiengeflecht, die
schwierigen Beziehungen zum Elternhaus, ihre Erfahrungen als Mädchen
und Frau, Erfolge und Fehlverhalten.
Leserinnen und Leser werden Zeuge ihrer Entwicklung, der stetigen
Ortswechsel und den damit verbunden Umstellungen, und eines von Arbeit
geprägten Lebens.
Die Autorin schenkt uns mit diesem ersten Band zugleich ein Zeitzeugnis,
ein Stück Alltags- und Mentalitätsgeschichte aus dem letzten Jahrhundert.
Im Vordergrund stehen immer wieder das Zwischenmenschliche, die
Lebensbedingungen, Sitten und Gepflogenheiten sowie Erfahrungen mit
Sexualität innerhalb einer christlich geprägten Umgebung. Hier schreibt,
in einem sehr flüssigen Schreibstil, eine Frau aus dem Volk, die stets eine
kritische, sich selbst schützende, gesunde Distanz zur Situation behält.
Ihre Neugier auf das Leben ist aber offensichtlich stärker als manche
knallharte Enttäuschung.
Nicht zuletzt ihre sehr offene, zuweilen unverblümte Herangehensweise an den
roten Faden, das Thema Lebenslust, Liebe und Sexualität, macht das Buch zu einem
authentischen, sehr menschlichen und manchmal auch erschütternden Rückblick auf
ein Leben, über das die Autorin schreibt, es wäre gewesen, als hätten Engel sie
begleitet.
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